// 23. März 2010
Im August 2009 schauen 36 Millionen Deutsche mehr als sechs Milliarden Mal Videos im Internet. 15 Millionen User nutzen hierzulande YouTube, weltweit sind es sogar 320 Millionen. Jeder dritte Journalist schaut täglich Online-Videos. Bewegtbild im Internet ist heute schon ein Massenphänomen. Der mobile Internet-Trend mit iPhone & Co. wird diese Entwicklung noch verstärken. Derzeit befindet sich das Internet im Strukturwandel – weg von Text und Bild, hin zu multimedialen Inhalten.
„Über kurz oder lang wird Corporate Video zum Leitmedium der Unternehmenskommunikation werden“, prognostiziert angesichts dieser Entwicklung Prof. Thomas Mickeleit, PR-Direktor von Microsoft Deutschland. Ob Leitmedium oder nicht – Video erfährt auf jeden Fall einen deutlichen Bedeutungszuwachs im Kommunikationsmix. „Spannend für die Unternehmenskommunikation ist vor allem die Frage, warum sich Bewegtbild einer so großen Beliebtheit erfreut“, sagt Corporate-Video-Experte Hans Frisch beim media breakfast in der Profilwerkstatt am 12. März. „Wenn wir die Stärken des Mediums Film verstehen, werden auch die Chancen deutlich, die dieses Medium für die Unternehmenskommunikation bietet“, so Frisch weiter.
Bewegte Bilder entsprechen der menschlichen Sehgewohnheit und sind aufmerksamkeitsstärker als statische Bilder. Zudem ist Film multisensorisch: er spricht den Seh- und Hörapparat gleichzeitig an und hinterlässt so stärke Sinneseindrücke – Inhalte werden dadurch genauer und nachhaltiger erinnert. Und vor allem: Film emotionalisiert stärker als andere Medien, ist aber dennoch sehr glaubhaft – nach dem Motto: Was ich mit eigenen Augen gesehen habe, halte ich für wahr.
Immer mehr Firmen machen sich die Stärken des Mediums Film zu Nutzen. Corporate TV ist stark im Kommen.. So nutzen die meisten DAX-Unternehmen bereits Web-TV. Auch mittelständische Unternehmen setzen zunehmend auf Corporate Videos – dramatisch gesunkene Distributions- und Produktionskosten machen es möglich.
Die niedrigen Kosten für Bewegtbild werden zusätzlich relativiert – durch die vielfältigen Möglichkeiten der Mehrfachverwertung. Beispielsweise kann ein und das selbe Video auf der Website eines Unternehmens, im Intranet, auf Videoportalen, am Point of Sale, bei Vertriebsschulungen, bei Verkaufsgesprächen, in Social Media Newsrooms, etc. veröffentlicht werden. Die Einsatzgebiete von Corporate Video sind so Vielfältig wie die Unternehmenskommunikation: von interner Kommunikation, über die Rekrutierung neuer qualifizierter Mitarbeiter bis hin zur Fach-PR, Schulungsvideos oder viralen Kampagnen, um nur einige Beispiele zu nennen.
Und in Zukunft? „Der Bewegtbild-Boom wird durch die steigende Verbreitung UMTS-fähiger Smartphones weiter zunehmen“, sagt Frisch voraus. Er geht davon aus, dass sich auch neue Erzählformen und Formate entwickeln werden: „Stichworte wie Augmented Reality, machen deutlich, dass Filme in Zukunft stärker mit dem Ort ihrer Rezeption korrespondieren werden.“ Auch über den 3D-Trend könnten neue Darstellungsformen in Unternehmensfilme Einzug halten. „Besonders interessant ist die Entwicklung einer neuen Player-Technologie, die Inhalte von Videos dem Zuschauer interaktiv erlebbar macht“, sagt Frisch. In so genannten non-linearen Videos können einzelne Objekte mit Links versehen werden. Klickt man auf diese Links, erscheinen zusätzliche Informationen, wie Grafiken oder Texte aber auch Chat- oder Mail-Fenster innerhalb des Players. „Dadurch entsprechen Videos zum ersten Mal dem interaktiven Wesen des Internets. Das wird sich sicherlich sehr schnell durchsetzen,“ so der abschließende Ausblick Frischs.